Name Collision

Diese Bezeichnung verwendet ICANN für ein bestimmtes technisches Problem bei der Einführung neuer TLDs (Top Level Domains), nämlich wenn in lokalen Netzen Bezeichnungen mit Endungen verwendet werden, die demnächst als neue Top Level Domains eingeführt werden sollen. Eine doppelte Vergabe von Namen in Netzwerken muss unter allen Umständen vermieden werden, da es sonst – wie bei einer Kreuzung mit vier grünen Ampeln – zu Kollisionen kommen kann.

Das Praxisbeispiel „fritz.box“ mag dies verdeutlichen. Die Endung .box wird als lokale Domain oder Hostname von Netzwerkadministratoren  sehr gerne verwendet. Bis Dato kein Problem, wenn ein lokaler Host „fritz.box“ heisst, doch sobald die neue TLD .box zur Registrierung freigschaltet ist, tritt dieser sozusagen in Konkurrenz zu einer öffentlich sichtbaren (www.)fritz.box. Wenn man nun noch berücksichtigt, dass jede Fritzbox sich standardmässig als fritz.box ansprechen lässt, dann wird die Dimension des „Collision“-Problems etwas klarer.

Die ICANN beugt dem vor, indem solche lokalen Hostnamen aufspürt und in eine Name Collision List mit einem Sperrvermerk schreibt. In unserem Beispiel kann die Domain (www.)fritz.box also nie registriert werden.

Das versteckte Problem

Dass derartige Namen bzw. Namensbestandteile für Hosts oder lokale Domains verwendet werden, ist nur ein Teil des Problems. Schließlich ist jedes Unternehmen bzw. seine System-Administratoren selbst verantwortlich für die einwandfreie Funktion des eigenen Netzes.

Der zweite Teil des Problemes „name collision“ wird deutlich, wenn diese Netze aufgrund fehlerhafter oder ungenauer Installation  zulassen, dass die angesprochenen Hosts oder lokalen Domains  ihren Weg auch noch nach draußen ins öffentliche Internet finden. Das es kommt sehr häufig vor, als man denkt und ist der eigentliche Kern des Problems.

Ohne Sperrliste für Name Collision führe das im Ergebnis  zu Irrläufern von Web-Aufrufen, bei Mail-Zustellungen u.v.a.m. Der Grund: Die hierbei auftretenden, nicht auflösbaren Anfragen an die DNS (Domain Nameserver Services) werden bis zu den Root-Servern weitergereicht, den Kernstücken der Internet-Telekommunikation, und lösen dort „Verwirrung“ aus. Keines der Systeme weiss jetzt mehr genau, wohin es z. B.  mit der Anfrage „fritz.box“ gehen soll. Da DNS und Root-Server sich ständig gegeneinander abgleichen, entsteht unnötiger DNS-Traffic, der den Datenverkehr lahmlegen kann. Oder – was vielleicht noch schlimmer ist – das Gesamtsystem sucht sich unter Umständen ein  Ziel, das von aussen gar nicht erreichbar sein soll: das interne Netzwerk eines Unternehmens.

Konsequenzen

Was ist also zu tun? Zunächst gilt natürlich, dass jeder für eine saubere Netzwerk-Administration selbst verantwortlich ist. In bestimmten Fällen ist der Handlungsbedarf allerdings etwas grösser, wenn nämlich die  Wunschdomain z.B. unter .berlin, .hamburg oder .shop auf der ICANN-Blocklist gelandet ist, kann diese nicht registriert werden. Bei der Einführungsphase für .berlin wurden viele Vor-Registrierer enttäuscht, weil die Name Collision List für diese TLD bei der ICANN nur schwer zugänglich war.

Wir bieten als Service an, Ihre Wunschdomains in allen Namensbereichen (TLDs,Top Level Domains) zu prüfen und basierend auf den Erkenntnissen den Handlungsbedarf bzw. Spielraum zu klären. Lassen Sie sich beraten und nutzen Sie unsere Erfahrungen für Ihr Unternehmen.

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Schluss-Interview des ICANN-President und Board-Chairman zur ICANN -Konferenz 22.11.2013